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Freie Wähler Ansbachs schicken Elke Homm-Vogel ins Rennen

Eine Wirtschaftsexpertin soll Oberbürgermeister in Ansbach werden.

Öffnungszeiten Bürgerbüro Ansbach

Das Bürgerbüro der „Freien Wähler Ansbach“ in der Neustadt 2 ist ab sofort an folgenden Tagen geöffnet: Samstag von 11 bis 12 Uhr. Zu diesen Zeiten stehen die OB-Kandidaten Elke Homm-Vogel und Stadtratskandidaten den Bürgern für Fragen und Anregungen zur Verfügung.

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Mittelschule

Ansbach, 18.05.2010

Stellungnahme im Stadtrat zur Gründung einer Mittelschule in Ansbach

Frau Oberbürgermeisterin, meine Damen und Herren,

 

Die Umwandlung der HS in eine MS hat sowohl eine kommunalpolitische Seite, den Sachaufwand,  als auch eine fachlich inhaltliche Seite, die pädagogisch-strukturelle Konzeption. Daher ist ein Seitenblick auf die konzeptionelle Ebene durchaus gestattet, denn mit unserer Entscheidung für die MS stimmen wir auch deren pädagogisch-strukturellen Konzeption zu.

 

Mir scheint, dass vielen der hier versammelten Stadträte einschließlich der Oberbürgermeisterin noch nicht ganz klar ist, dass mit der Umbenennung der Hauptschule in Mittelschule ein Scheitern der bayerischen Schulpolitik auf die kommunale Ebene abgewälzt wird.

 

Übrigens muss  man schon sehr ignorant oder unwissend sein, wenn man – wie gestern der Kollege Deffner im Ausschuss Schule und Kultur - die Umwandlung der Hauptschule in die Mittelschule mit dem Image der Bildungsstadt Ansbach in Verbindung bringt.

Das kommt mir so vor wie ein Autokäufer, der sich einen Golf kauft, die Markenzeichen entfernt, einen Mercedesstern auf seinen Golf montiert und dann glaubt er fahre einen Mercedes!

 

Genau so ein Etikettenschwindel ist die Mittelschule. Da werden bei Eltern und Schülern Erwartungen geschürt, die diese nicht erfüllen kann. Die Umbenennung einer Schule steigert nicht zwangsläufig die Leistungsfähigkeit ihrer Schüler.

 

Obwohl in der Hauptschule oder künftig Mittelschule stets eine hervorragende pädagogische Arbeit geleistet wurde und die Schüler nach besten Kräften von engagierten Lehrerinnen und Lehrern gefördert wurden, wird diese Schulart weiter an Bedeutung verlieren, weil sie aufgrund des Etikettenschwindels nicht die Erwartungen erfüllt, die mit dieser Umbenennung verbunden sind. Die Abwanderung an die Realschule oder Wirtschaftsschule wird zunehmen.

 

Für Ansbach bietet die Umorganisation bisher lediglich organisatorische Vorteile, die jedoch die konzeptionellen Fragwürdigkeiten nicht  aufwiegen.

 

Wir Freien Wähler können daher dem Antrag der Stadt auf Einrichtung einer Mittelschule in Ansbach derzeit nicht zustimmen.

 

Dr. Paul Kupser          Rainer Weiß

Stadtrat                     Stadtrat

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Stellungnahme im Ausschuss Schule und Kultur zur Gründung einer Mittelschule in Ansbach

 

Ansbach, 17.05.2010

 

 

 

Die „Weiterentwicklung“ der Hauptschule zur Mittelschule ist in einem größeren Zusammenhang zu betrachten und darf nicht auf die kommunale Ebene begrenzt werden.

 

Da in Deutschland die beruflichen Chancen eindeutig vom erlangten schulischen Berechtigungsschein (Abschlusszeugnis) abhängen, ist es verständlich, dass die Eltern bestrebt waren und sind, ihr Kind auf die Schule zu schicken, die einen höheren Bildungsabschluss vergeben kann.

 

Dies erklärt, dass die Schülerzahlen in den Realschulen und Gymnasien in den letzten zehn Jahren ständig zugenommen haben, während sie in den Hauptschulen im gleichen Zeitraum kontinuierlich und dramatisch abgenommen haben. Das heißt: Die Hauptschule hatte aufgrund ihres niedrigeren Berechtigungsscheines im Prinzip nie eine Chance zu einer gleichwertigen weiterführenden Schule aufzusteigen und war von Anfang an zum Scheitern verurteilt - und das obwohl in dieser Schule stets eine hervorragende pädagogische Arbeit geleistet wurde und die Schüler nach besten Kräften von engagierten Lehrerinnen und Lehrern gefördert wurden.

 

Das Vorhaben „Mittelschule“ ist die verzweifelte Antwort auf die Tatsache:

1. dass Eltern ihre Kinder lieber in Gymnasium, Realschule und
Wirtschaftsschule schicken

2. dass die Hauptschule einen absolut negativen Ruf genießt

3. dass ein Scheitern der bayerischen Schulpolitik auf die kommunale
Ebene abgewälzt wird und schließlich

4. ein eklatanter, anhaltender Lehrermangel vertuscht werden soll.

 

Die Mittelschule ist trotz aller gegenteiliger Beteuerungen ein Etikettenschwindel, da

  • die demographische Entwicklung als Vorwand für den Schülerrückgang an der Hauptschule missbraucht wird, obwohl davon alle Schularten betroffen sind;
  • ihr kein schlüssiges pädagogisches Konzept zugrunde liegt bzw. pädagogische Konzepte wie die notwendige Ganztagsschule mit schulstrukturellen Komponenten vermischt werden;
  • die ohnehin schon starke Berufsorientierung zu Lasten allgemeinbildender, kreativer und grundlegender Fächer geht;
  • die Schüler und die Lehrer auch nach der Umbenennung die gleichen bleiben und deren tatsächliche Schwierigkeiten nicht hinreichend berücksichtigt werden;

 

 

  • alle inhaltlichen Angebote schon jetzt von vielen Hauptschulen realisiert werden können –

so wird bei den praktischen Fächern aus

Gewerblich-technischer Bereich (GTB)

 

Kommunikations-technischer Bereich(KTB)

Hauswirtschaftlich-sozialer Bereich

„neu“:

Technik

Wirtschaft

Soziales



 

 

 

 

 

Pädagogische Argumente dienen als Vorwand, da inhaltlich wie organisatorisch (z.B. Fächer, Kooperation, Berufsorientierung, soziales Lernen, Werterziehung) auch bisher alles möglich war.

Vor allem täuscht die Umbenennung eine höhere Wertigkeit vor  und weckt bei vielen Eltern die  falschen Erwartungen, dass damit in der Regel auch neue höherwertigere Abschlüsse erzielt werden können. Dabei verleiht sie nur einem verschwindend geringen Teil ihrer Schüler einen mittleren Bildungsabschluss. Ansonsten ändert sich für den größten Teil der Schüler wenig an den vorhandenen Schulabschlüssen (Qualifizierender Hauptschulabschluss, erfolgreicher Hauptschulabschluss).

 

Betrachtet man die Fakten, dann wird schnell klar, was der wirkliche Hintergrund der Umstrukturierung der Hauptschule zur Mittelschule ist: ein Sparmodell!

 

1. Bei annähernd gleicher Schülerzahl  ist die Anzahl der vorhanden Hauptschulen im Vergleich zu anderen Schularten zu groß
(durchaus plausibel, doch dann sollte man es auch so benennen!!!)

 

2008/09 RS

Schulen:    352

Schüler:    235538

2008/09 HS

Schulen:  1109

Schüler:     240031

 

2. Durch das Zusammenlegen verschiedener Schulen kann man die Klassenhöchstgrenzen besser ausnutzen und dadurch fehlende Lehrerstunden freisetzen.

 

3. Die Zusammenlegung mehrerer Schulen spart Funktionsstellen ein, da freiwerdende Schulleiterstellen teilweise nicht mehr besetzt werden.

 

Da mit der Umbenennung kaum höhere Berufschancen verbunden sind, ändert sich nichts an der negativen öffentlichen Bewertung dieser Schule und kann die Abwanderung an die Realschule oder Wirtschaftsschule nicht verhindern.

 

Der einzige Vorteil liegt darin, dass mehrzügige Hauptschulen ein umfangreicheres und differenzierteres Bildungsangebot vorhalten können. Dazu bedarf es aber nicht der Umbenennung in Mittelschule!

 

Für Ansbach bietet die Umorganisation bisher lediglich organisatorische Vorteile. Die Öffnung der Schulsprengel ermöglicht das oben genannte Wahlangebot. Allerdings gilt zu beachten, dass die Gefahr besteht, kleine Klassen so aufzufüllen, dass sie pädagogisch nicht mehr sinnvoll erscheinen und eine individuelle Förderung eher gefährdet ist.

 

Ob sich die finanzielle Ausstattung zugunsten der einzelnen Schulen oder für die Finanzlage der Stadt positiv entwickelt kann heute noch nicht beantwortet werden!!!

 

Die vorgestellte Mehrzahl von 127 Lehrerstunden können nicht garantiert werden!

 

In Ansbach wäre im Schuljahr 2010/11 eine sog. M-Klasse nicht zustande gekommen, da die geeigneten Schüler fehlen. So hat man kurzerhand Schüler aus einem anderen Schulverbund nach Ansbach umgeleitet, damit man eine „Mittlere-Reife-Klasse“ anbieten kann, Das hat nichts mit Pädagogik zu tun, sondern mit organisatorischer Willkür!

 

Fazit:

Auch durch die Umbenennung wird die Hauptschule nicht zu einer Mittelschule, da aufgrund ihrer Schüler die Affinität zu einer Förderschule fachlich und pädagogisch weitaus näher ist als zur Realschule oder Wirtschaftsschule. Hauptschüler sind auf optimale und individuelle Förderung in Kleingruppen angewiesen und nicht auf einen schulpolitischen Etikettenschwindel!