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Aktuelles

Freie Wähler Ansbachs schicken Elke Homm-Vogel ins Rennen

Eine Wirtschaftsexpertin soll Oberbürgermeister in Ansbach werden.

Öffnungszeiten Bürgerbüro Ansbach

Das Bürgerbüro der „Freien Wähler Ansbach“ in der Neustadt 2 ist ab sofort an folgenden Tagen geöffnet: Samstag von 11 bis 12 Uhr. Zu diesen Zeiten stehen die OB-Kandidaten Elke Homm-Vogel und Stadtratskandidaten den Bürgern für Fragen und Anregungen zur Verfügung.

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Hauptschulentwicklung in Bayern

Die Hauptschulentwicklung in Bayern - Bildungspolitisches Diskussionspapier

von Dr. Paul Kupser

1. Die Ausgangslage in Bayern 2009

► Eltern lassen ihr Kind nur auf der HS, wenn sie keine andere Möglichkeit
haben

► Die Zahl der Hauptschüler ist in den nächsten Jahren weiter rückläufig und  
gefährdet somit noch manchen Hauptschulstandort

► Hauptschüler sind nicht generell praktisch begabt, sie sind auf konkrete
Anschauungshilfen angewiesen

► In der Hauptschule wird größtenteils hervorragende pädagogische Arbeit
geleistet

► außerschulische Personen und Institutionen (z.B. Arbeitskreise Schule-
Wirtschaft, Kammern, Helfersysteme) engagieren sich vorbildlich für diesen
Schultyp und ihre Schüler

► Hauptschulen und Hauptschüler sind sehr heterogen

► immer schlechtere berufliche Perspektiven von Hauptschülern trotz der
starken Berufsorientierung (Anforderungswandel)!

 

2.  Konzepte zur Weiterentwicklung der Hauptschule

Das kultusministerielle Vorhaben „Mittelschule“ ist ohne Konzept, strukturell und inhaltlich völlig unausgegoren und letztendlich planlos. Die Einteilung in drei Zweige ist willkürlich und effektlos. Ungeklärt bleibt der Schülertransport, die schulorganisatorische Verankerung der Verbünde, das Lehrerpersonal… .

Das FW Konzept der Beruflichen-Mittelschule:

  • wertet die HS nicht auf
  • hält HS-Sterben nicht auf
  • beinhaltet keine inhaltliche Konzeption
  • zeigt keine Vorstellungen zur organisatorischen Verankerung auf
  • ist deutlich schwächer als das CSU Konzept, da es den Bürgermeistern Sand in die Augen streut und das überfällige dreigliedrige System zementiert (Wohnortnähe?!?)
  • hemmt eine sinnvolle Lehrerbildung und Professionalisierung pädagogischen Personals
  • lässt zu viele Fragen unbeantwortet (Wie soll die Zusammenarbeit mit der Berufsschule aussehen? Welchen Nutzen verspricht man sich von der heimischen Wirtschaft?)
  • führt zu einer einseitigen „beruflichen“ Förderschule

Hauptschüler brauchen nicht noch mehr Berufsorientierung

sie brauchen individuelle Förderung in den Grundfertigkeiten und haben auch ein Recht auf musisch-kreative Förderung/Bildung!!!

Mit dem BMS-Konzept werden wir FW nie eine Schrittmacherfunktion einnehmen - schon eher das bildungspolitische Schlusslicht in Bayern.

Eine weitere Stigmatisierung der Hauptschüler kann zu einer der Förderschule nahe stehenden Schulart führen: „Schule für Schüler mit individuellem Förderbedarf“. Doch sollte man sich dann ehrlicherweise von dem Streben nach einem mittleren Bildungsabschluss und nach Gleichwertigkeit verabschieden.

3. Lösungsansatz:

Kurz- und mittelfristig ist nur eine Strukturvereinfachung sinnvoll und der Abbau der Stigmatisierung der Hauptschüler durch ein konsequent umgesetztes Sekun-darstufen1  Schulsystem, das allen Begabungen gerecht wird! Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft und der Aktionskreis Bildung, ein namhaftes Exper-tengremium aus profilierten Fachleuten empfehlen in ihren Gutachten (Bildung neu denken und im Jahresgutachten 2007 „Bildungsgerechtigkeit“) ganz klar ein zweigliedriges Schulsystem

Auch die Freien Wähler müssen sich dieser schulstrukturellen Diskussion stellen und Position beziehen, da sie sonst bildungspolitisch ins Hintertreffen geraten. Die Forderung nach Zweigliedrigkeit ist nicht utopisch (wie z.B. die Forderung nach einer Gesamtschule!!!), sondern realistisch. In mehreren Bundesländern wird/ist die Umwandlung in diese Richtung bereits vollzogen. Nahezu alle Bildungsforscher bestätigen, dass ein längeres gemeinsames Lernen ohne diskri-minierende Trennung/Auslese wesentlich mehr Sinn macht. Außerdem spaltet die Auslese die Gesellschaft in tüchtige und nicht tüchtige Mitglieder – das kann nicht das Gesellschaftsverständnis der FW sein!

  1. Zweigliedrigkeit – Name unerheblich, verschiedene Fachprofile
    (Realschule, Hauptschule, Wirtschaftsschule + Gym)
    Ausstiegsmöglichkeiten!!!
  2. Konsequenz – Stufenlehrersystem (vgl. FW-Position)
    Primarstufe – S I – S II - Lehramt
  3. Konsequenzen für die Schulaufsicht – Abschaffung der Schulämter, dysfunktional (eingespartes Geld in gut funktionierende, höher dotierte Schulleitungen investieren – berufliche Anreize schaffen!!!)

Die Forderungen der Freien Wähler (sie liegen ja vor!)sollten sich daneben pragmatisch auf sofort realisierbare Rahmenbedingen konzentrieren:

  • ein flächendeckendes bedarfsorientiertes Ganztagsangebot (für alle Schulen)
  • maximal 20 Schüler je Klasse/Entscheidung vor Ort!
  • flexible Handhabung der Mindestschülerzahl in GS und HS (10 statt bisher 15)
  • Einstellung von Förderlehrern für Differenzierungsangebote
  • Ausbau/Verstärkung der Schulsozialarbeit
  • ausreichende Lehrerstundenzuweisung (hier liegt ein wesentliches Übel!)
  • mehr Anrechnungsstunden für Funktionen (PR-BR-BL)
  • bei Bedarf jahrgangskombinierte Klassen
  • evtl. längere gemeinsame Grundschule (Wohnortnähe!!!)
  • Entfrachtung der Lehrpläne(auch des Gymnasiums => Abbau trägen Wissens)

 

Die Möglichkeiten der inneren Differenzierung sind angesichts der Heterogenität der Hauptschüler begrenzt.

Die Problematik der wohnortnahen Schulen ist relativ, da Eltern für den Besuch eines Gymnasiums oder der Realschule auch längere Schulwege in Kauf nehmen    (was heißt wohnortnah?). Vielmehr gilt es durch die Umwandlung in eine Sekundarschule 1, vorhandene, wohnortnahe „Schulstützpunkte“ zu erhalten und zu sinnvollen Einheiten auszubauen. Das erfordert natürlich für einzelne Kommunen einen Blick über den Zaun und Kooperation.